Predigten des Monats Juli

Was zeigt der Blick in den Spiegel? 
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Gott ist uns näher als wir denken

Predigttext zum 7. Juli 2019 3. Sonntag nach Trinitatis:
1. Timotheus 1,12–17

Das folgende Wort ist zuverlässig und verdient vorbehaltlose Annahme: „Christus Jesus ist in diese Welt gekommen, um die Schuldbeladenen zu retten.“ Und ich selbst bin der erste unter ihnen. Aber gerade deshalb hat er mir sein Erbarmen geschenkt. Denn Christus Jesus wollte an mir als Erstem beispielhaft seine ganze Geduld zeigen. Sie gilt allen, die künftig zum Glauben an ihn kommen und dadurch das ewige Leben empfangen.

1. Timotheus 1,15–16

Das folgende Wort ist zuverlässig und verdient vorbehaltlose Annahme: „Christus Jesus ist in diese Welt gekommen, um die Schuldbeladenen zu retten.“ Und ich selbst bin der erste unter ihnen. Aber gerade deshalb hat er mir sein Erbarmen geschenkt. Denn Christus Jesus wollte an mir als Erstem beispielhaft seine ganze Geduld zeigen. Sie gilt allen, die künftig zum Glauben an ihn kommen und dadurch das ewige Leben empfangen.

1. Timotheus 1,15–16

Über drei Bitten aus unserem biblischen Text möchte ich nachdenken. In der ersten Bitte geht es um ein Erstarken des inwendigen Menschen. In der zweiten Bitte um unsere Verwurzelung in der Liebe und schließlich in der dritten um Teilhabe an der Fülle Gottes.

Vor dem Spiegel stehen und sich selbst ansehen, ganz ehrlich. Da sehe ich manches, das mir gefällt. Auch meine Falten und die Narbe. Das Leben ging nicht spurlos an mir vorüber. Manches sehe ich gern an, an anderem würde ich lieber vorbeisehen.

Wie ist das, wenn ich mir innerlich einen Spiegel vorhalte, mich selbst ansehe, ganz ehrlich? Manches erfüllt mich mit Scham. Dieses unbedachte Wort, jener Satz, der einen anderen Menschen verletzt hat, auch wenn ich ihn so nicht gemeint habe, falsche Wege, die ich gegangen bin, Menschen, die ich durch mein Handeln belastet habe. Ich würde gerne so tun, als sei das nicht wahr. Schuld anzusehen schmerzt. Und ich würde viel dafür geben, könnte ich die Zeit zurückdrehen und es ungeschehen machen. Eigene Schuld ­zuzugeben, ist nicht einfach.

Paulus tut das sehr konsequent: „Ich bin der Erste unter den Schuldbeladenen, für die Christus Jesus in die Welt gekommen ist.“ Nein, er schließt sich nicht aus. Das verbindet uns miteinander, auch in den Krisen des Lebens: Wir haben alle Schuld auf uns geladen. Wenn ich die Welt und das Miteinander verändern will, fange ich bei mir selbst an.

Ich halte einen Spiegel in der Hand. Jemand hat einige Worte darauf geklebt: „Gott hat dir in Jesus Christus vergeben. Du bist frei!“ Und wenn ich den kleinen Taschenspiegel aufklappe, sehe ich das Herz, das auf den Spiegel gemalt ist. Gott liebt mich, nimmt mich an mit all dem, was mein Leben ausmacht, auch mit meinen Narben an ­Körper und Seele, auch mit meiner Schuld. Er hat sie mir vergeben, damit ich neu beginnen und mich verändern kann. Gott legt keinen Menschen auf die Fehler von gestern fest. Geduldig, immer wieder vergebend, Schritt für Schritt trägt er uns auf dem Weg der Veränderung.

Ich sehe in den Taschenspiegel und lächle. Das Spiegelbild lächelt zurück, eingerahmt von dem Herz. Meine Schultern entspannen sich, Angst verfliegt, mein Atem wird ruhiger, meine Gedanken weiter. Gott liebt mich. Ich kann ohne Angst auf mein Leben sehen, mit mir selbst ins Reine kommen, Scham ablegen und frei und offen in die Zukunft gehen. Gott liebt mich. Ich kann meine Schuld ansehen, um Vergebung bitten, die verletzten Gefühle meines Gegenübers ernstnehmen und Versöhnung erhoffen. Gott liebt mich.

Ich kann auch ansehen, wo andere mich verletzt haben, Unrecht als Unrecht wahrnehmen, die Schuld des oder der Anderen benennen, Böses nicht schönreden und meinen Zorn loslassen, vergeben so wie Gott. Gott vergibt jedem Menschen, der Schuld annimmt und bekennt und geht geduldig mit ihm oder ihr auf dem Weg der Veränderung in die Zukunft.

In der Gemeinschaft der von Schuld Freigesprochenen gründen wir uns alle in Gottes Barmherzigkeit. Wo Menschen das verstehen, ist der Himmel offen und keimt die Ewigkeit inmitten unserer Zeit.

Angelika Scholte-Reh ist Pfarrerin in der Region Ortrand im Südlichen Brandenburg

Überfließende Barmherzigkeit

Predigttext zum 14. Juli 2019 4. Sonntag nach Trinitatis:
Lukas 6,36–42

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen.

Lukas 6,36–38

Was für eine Verheißung! Uns wird ein Maß zuteil, ein volles Maß, nicht ein Maß, das nur locker gefüllt ist, in dem sich kleine Hohlräume befinden. Nein, so eins nicht, sondern ein gedrücktes, ein gerütteltes, ja sogar ein überfließendes Maß. Und die Voraussetzung dafür? Barmherzigkeit, schlicht und einfach Barmherzigkeit.

Barmherzigkeit fällt uns in der Regel nicht schwer, gerade, wenn wir sie als Mitleid, als Verteilen von Almosen verstehen, oder wenn es um barmherziges Verhalten gegenüber uns lieben Menschen geht. Aber diese Form der Barmherzigkeit ist hier nicht gemeint. Es geht ans Eingemachte. Im Vorfeld dieser Verse spricht Lukas von Feindesliebe. Es wird erwartet, dass wir uns allen Menschen gegenüber barmherzig zeigen, auch denen, die uns unsympathisch sind, die wir als unangenehme Zeitgenossen empfinden. „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (Lukas 6,36). Barmherzigkeit ausgedrückt sowohl im „Nicht Richten“, „Nicht ­Verdammen“, als auch im „Vergeben“ und „Geben“.

Wie schnell fällen wir heute Urteile. Und die sozialen Netzwerke machen es uns dabei besonders leicht: ein Klick auf den „like“-Button oder einfach eine negative Aussage ins Kommentarfeld gesetzt. Ohne groß nachzudenken, ohne den Menschen dahinter zu sehen, ist das Urteil gefallen. Verhältnismäßigkeit oder gar, ob meine Bewertung gerecht ist, diese Fragen stellen sich dabei eher selten.

Oder die Obdachlosen, die Bedürftigen, die uns tagtäglich auf den Straßen der Großstadt begegnen. Wir urteilen über sie und fragen, ob ihnen wirklich mit einem Geldstück geholfen ist? Andererseits ist ein Almosen zu geben, in diesem Fall nicht besonders schwer, aber wie ist es mit ­Zuwendung, mit einfühlsamen Worten oder gar einer Berührung?

Zu urteilen, zu richten oder einfach weg­zuschauen, ist für uns heute fast eine Selbst­verständlichkeit. Aber im Predigttext werden wir aufgefordert, barmherzig zu sein. Gott ist in ­Vorleistung gegangen. Mit einem übergroßen Maß an Barmherzigkeit schaut er auf alle Menschen.

Er richtet nicht und verdammt nicht, sondern er ­vergibt und gibt. Dadurch wird uns eine Freiheit ermöglicht, aus der heraus wir mit uns selbst barmherziger umgehen und ebenso anderen ­Menschen barmherzig begegnen können. Uns wird ermöglicht, bewusster und verantwortungsvoller zu handeln und zu leben, auf andere, auf die Armen und die Verurteilten zuzugehen und ihnen immer wieder eine Chance zu geben. Barmherzigkeit als menschliche Grundhaltung verspricht ein gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß.

Andrea Gorys, Journalistin und Prädikantin in Berlin

Erntehelfer gesucht

Predigttext zum 21. Juli 2019 5. Sonntag nach Trinitatis:
Matthäus 9,35–10,10

Jesus zog umher in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn … Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter.

Matthäus 9,35–36a.37

Die Spargelernte war sehr groß im Jahr 2018, in jenem Sommer, der schließlich als Dürresommer in die Geschichte eingehen sollte. Die anhaltende Wärme war aber für die Spargelbauern ein guter Start in die Saison. Doch dann kamen auch die späten Sorten der Pflanze sehr früh und so viel konnte auf einmal gar nicht eingefahren werden. Es fehlte nicht nur an Erntehelfern, es fehlte schließlich auch ganz einfach an Kisten, um das Edelgemüse zu transportieren. Die Bauern ließen die Pflanze auf einigen Feldern schon einen Monat vor dem üblichen Ende der Spargelzeit hochwachsen. Die Ernte war sehr groß.

Situationen ähneln sich. Als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn. So heißt es in der Luther-Übersetzung. Das griechische Wort für „jammern“ enthält das Substantiv für unser Wort Eingeweide (gr. „splanchnon“). Man könnte also auch sagen: Es ging Jesus an die Nieren. Diese Redewendung ist schon älter. Als sie entstand, galt die Niere als Sitz der Lebenskraft und der Gemütsbewegung. Was Jesus spürte, berührte ihn also zutiefst. Jesus erkannte Bedürfnisse. Er sah hinter die Fassade, nahm die eigentliche Bedeutung der Worte wahr, jenseits üblicher Floskeln.

Die Sehnsüchte, die ungeklärten Fragen, die Träume der Menschen von diesem Leben – all das ist auch heute groß. Aber es fehlt an denen, die darauf glaubwürdige Antworten versuchen. Genau in diesem Sinne sendet Jesus aber seine Jünger. Er zog umher in alle Städte und Dörfer. Heute ist es uns aufgetragen, in den Städten und Dörfern zu heilen, zu trösten und ein offenes Ohr zu haben für diejenigen, die sich mit Fragen quälen, die nur schwer zu beantworten sind.

Um den Dienst Jesu tun zu können, müssen wir zunächst auch ähnlich wie er wahrnehmen. Gleichgültigkeit und das Sich-Abfinden mit dem Gewohnten verhindern jenes Mitgefühl, das einem an die Nieren geht.

Auch Jesus selbst verstand sich als ein Gesandter. Wenn ihm das Schicksal von Menschen nahegeht, dann spiegelt sich darin die Barmherzigkeit Gottes, von der die ganze Bibel hindurch in verschiedenen Erzählungen die Rede ist. Gott sucht nach Vermittlern dieser Barmherzigkeit. Was hier geerntet werden kann, ist groß. Der Reichtum einer Ernte kommt manchmal unerwartet wie bei der Spargelernte im vergangenen Jahr. Gesandt zu sein, heute Jüngerin oder Jünger Jesu zu sein, ist Erntearbeit und gleichzeitig eine schöne Aufgabe. Denn wir handeln innerhalb der langen Geschichte der Barmherzigkeit, mit der Gott uns Menschen zu allen Zeiten erreichen wollte und auch heute noch erreichen will.

Clemens Bloedhorn, Pfarrer in Wittbrietzen

Heiliges Völkchen

Predigttext zum 28. Juli 2019 6. Sonntag nach Trinitatis: 1. Petrus 2,2–10

Ihr seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.

1. Petrus 2,9

Feiern Sie lieber allein oder in Familie? Singen Sie lieber allein oder im Chor? Sitzen Sie lieber für sich oder in einer vollen Kirche? Der 1. Petrusbrief stellt sich eine „Priesterschaft in Zivil“ vor, vielleicht 50 Männer, Frauen und Kinder. Es ist die überschaubare Gemeinde, wie wir sie Sonntag für Sonntag erleben!

Ein Erweckungsprediger wünschte sich: „Wir brauchen im Gottesdienst nicht 50 Menschen, ­sondern 500!“ Aber wir sind sonntags viele kleine Gemeinden. Jede Gemeinde bildet für sich eine Priesterschaft, eine Gemeinschaft der Gläubigen.

Kommen wir also bewusst herbei, aus allen Ecken des großen Kirchsaals! Rotten wir uns vorne zusammen! Spüren wir, wie das ist, eine kleine, radikale Minderheit zu sein! Umarmen ist erlaubt, ja erwünscht. Wiedersehensfreude!

Wir sind die „königliche Priesterschaft“! Das erfüllt uns mit Stolz. Nicht als Knechte versammeln wir uns, sondern als Kämpfer und Kämpferinnen unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Nicht „im Netz“ kommunizieren wir am Sonntag, sondern analog. Es duftet nach Kaffee und Menschen. Wir suchen in den Worten das Wort Gottes. Wir sind das „heilige Völkchen“! Alle Bosheit, Heuchelei, Neid und üble Nachrede legen wir ab. Wir sind das „Volk des Eigentums“. Eigentum verpflichtet!

Es ist toll, schon im Vorraum der Kirche Bekannte zu treffen. Das beste Mittel gegen Einsamkeit besteht darin, sonntags in die Kirche zu gehen. Nach ein paar Wochen schon treffen Sie Ähnlich-Gesinnte, Mitstreiter und Mitstreiterinnen und neue Gesichter.

Für manche in der Nachbarschaft sind wir „ein Stein des Anstoßes, ja ein Feld des Ärgernisses“. „Schaut mal die Talarwanzen. Zur Kirche rennen sie. Das ist ja so was von unmodern!“ Aber: Braucht nicht jeder „vernünftige, lautere Milch wie neugeborene Kinder“? Würde jeder und jede der kleinen Gemeinde eine Person zum Gottes-dienst einladen, würden wir uns verdoppeln. Das ist jederzeit möglich. Wir kämen aus dem Knick, weil „der Herr freundlich ist“ (1. Petrusbrief 2,3).

Kommt mit zur „königlichen Priesterschaft“, zur kleinen radikalen Minderheit, zum heiligen Völkchen, zum Volk des Eigentums, das verpflichtet!

Das Geheimnis einer gut besuchten Kirche ist nicht die Sonntagspflicht, sondern die persönliche Einladung. Ich bewegte einen Bekannten, zum ersten Mal wählen zu gehen. Schließlich ging er hin und wählte – die Satire-Partei: „Wir versprechen Ihnen nicht, was wir nicht halten werden!“

Auch in der Kirche ist es oft komisch, zum Beispiel wenn eine Frau betet: „Gott, schenke mir Taft zum Kragen“, aber eigentlich „Gott, schenke mir Kraft zum Tragen“ meint.

Der Höhepunkt ist es, wenn wir nach vielen gutgemeinten Worten (Predigt) zum Heiligen Abendmahl zusammenstehen. Dann wird es still. Sie hören ihr Herz höher schlagen. Wir glauben, dass Jesus Christus beim Abendmahl mitten unter uns ist. Er ist einfach da, wenn wir die vernünftige, lautere Milch (Brot und Wein) kosten.

Worauf kommt es in der Gemeinde an? Zu schmecken, dass Jesus Christus freundlich ist. Zuzunehmen, nicht an Pfunden, nicht an Heillosigkeit, sondern zu unserem Heil. Neugierige, fragende, kritische Menschen werden wir, wie „neugeborenen Kinder“ (Quasimodogeniti). Dann werden wir „berufen,“ von der Finsternis zu ­seinem wunderbaren Licht“. Trübe Augen leuchten. Spenden werden gesammelt. Aufgaben werden verteilt. Wir werden aktiv und schauen über unseren Tellerrand hinaus.

Wenn wir die Kirche verlassen – gestärkt, ­vergnügt, verpflichtet – war’s ein guter Gottesdienst. Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid und üble Nachrede hängen am Kreuz. „Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“

Wir sind die Kirche im Volk. Wir bilden Gemeinden: kleine radikale Minderheiten, auch im Krankenhaus, auch im Gefängnis, auch in Städten und in den Dörfern Brandenburgs. Wir sind das Priestertum aller Gläubigen.

Eckart Wragge, Pfarrer im Ruhestand, Berlin

Aktuelle Ausgabe Juli

Alessa und Nora in Jordanien.

Foto: privat

Hatte ich mich verhört? 30 Jahre Mauerfall – Teil 1
Eine wirkliche Wiedervereinigung hat nicht stattgefunden
Von Elke Hodam, Leserin aus Hildburghausen

Echte Freundschaft: Alessa und Nora
Warum Nora Alessa noch in zehn Jahren in Braunschweig besuchen wird.
Von Nora Tschepe-Wiesinger, Studentin aus Berlin

Vorbild in der Bibel: Mirjam, die tanzende Prophetin
Vor ein paar tausend Jahren kämpften unsere israelitischen Vorfahren inmitten des ägyptischen Exils für den sozialen Wandel.
Von Vivien Löpelmann, Schülerin in Berlin

Darauf liegt Gottes Segen
Er leitet eine große diakonische Einrichtung in der Tradition von Friedrich v. Bodelschwingh und seinem Credo: Es geht kein Mensch über diese Erde, den Gott nicht liebt.
Von Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal

Gebet des Monats Juni

Unterbrechen – Gebet für Juni

Gott, ich unterbreche meine Gedanken, mein Tun, den Tageslauf. Mitten am Tag wende ich mich zu Dir. Danke, dass Du da bist.

Gott, bist Du da? Ich verweile, schaue, was schon war, verweile beim Fragen nach Dir, höre auf Dich, mitten am Tag mache ich Halt. Bitte, dass Du bleibst.

Gott, komm mit in die zweite Hälfte des Tages, Komm mit in das, was kommt, an Gedanken, an Tun, an Schaffen und Lassen. Gott, kommt mit und erfülle den Tag. Bitte. – Danke. Amen.

Christian Stäblein.
Aus: frei und unverzagt. Gebete der Hoffnung, Hamburg 2017